PC für die Bildbearbeitung in Lightroom (EBB/EBV)

Die Zusammenstellung der Einzelteile ist auf die Nutzung von Adobe Lightroom (LR) mit einem Bildschirm hin optimiert, der über eine Auflösung von maximal 2560x1600 Pixel verfügt. Aus diesem Grund wurde auf eine separate Grafikkarte verzichtet.

Diese wird aber notwendig, wenn ein Bildschirm mit 4k-/5k-Auflösung genutzt wird, weil LR mit zunehmender Bildschirmauflösung spürbar an Tempo einbüßt, was die Grafikkartenunterstützung im Entwickeln-Modul (nur dort) von LR immerhin teilweise ausgleichen kann. Weil die Grafikkartenunterstützung aber nicht umfassend ist, empfiehlt es sich, Monitore mit Ultra-HD-Auflösungen bei der Nutzung von LR zu meiden. Auch die gleichzeitige Nutzung von zwei Monitoren innerhalb von LR wirkt sich sehr negativ auf die Geschwindigkeit aus.

Eine sehr unschöne Eigenschaft von LR ist, dass es nicht für die effiziente Nutzung von CPUs mit höheren Kernzahlen ausgelegt ist, weshalb Prozessoren mit hoher Einzelkern-Leistung (Single-Core Performance) zu bevorzugen sind. Lediglich bei Exportvorgängen profitiert LR von hohen Kernzahlen.

Die schnellste derzeit (Juni 2017) erhältliche CPU, für die Nutzung in Lightroom, ist der Intel Core i7-7700k.
Ich entschied mich aber aus Kostengründen für den i5-7600k, weil sich dieser kinderleicht auf das gleiche Leistungsniveau (4x 4,4 GHz) übertakten läßt, da der wesentliche Unterschied zwischen den beiden Prozessoren, die Hyperthreadfähigkeit, in LR keine spürbare Wirkung entfaltet.

EBV-PC: "Intel Kaby Lake-S", ca. 850,- Euro (Stand: Juni 2017)

Anmerkungen zur Teileauswahl

Praxiserfahrung mit diesem Rechner

Geräuschkulisse
Abgesehen von den ersten 2-3 Sekunden nach dem Einschalten werkelt der Rechner lautlos vor sich hin.

Mainboard:
Interessanterweise liefert es mit einem DVI-D zu HDMI-Kabel 2560x1440 Pixel zum Monitor, obwohl laut Handbuch bei FullHD bereits Schluß sein soll. Es gibt sogar ein deutsches Handbuch als Download auf der Asus-Webseite. Leider keine Selbstverständlichkeit.

Netzteil:
Wie schon zuvor erwähnt, hört man dessen Lüfter nicht rauschen. Das teilmodulare Kabelmanagement ist zwar schön und gut, aber die wenigen serienmäßig beigelegten Kabel sind recht eigenwillig mit Anschlüssen versehen. Für mein Empfinden zu wenig Sata-Anschlüsse, die zudem ungünstig verteilt sind. Im Gegenzug gibt es dafür heutzutage überflüssige Anschlüsse für PATA und Floppy! Wir haben 2017! Zusätzliche Kabel fürs Netzteil kosten zwar nicht viel, aber die damit unter Umständen einhergehende Zeitverzögerung beim Zusammenbau, weil die Kabel erst nachgekauft werden müssen, kann ärgerlich sein. Meinen eigenen PC könnte ich mit den beiliegenden Kabeln nicht mal annähernd vollständig betreiben.

PC-Gehäuse:
Die beiden starren Kabelstränge vom Mainboard lassen sich an der Rückwand entlangführen, so dass sie nur nahe ihrer Einsatzorte in den Mainboardbereich hineinragen. Es gibt viele Luftlöcher und reichlich Montageplätze für Lüfter. Ich habe aber nicht einmal den bereits vormontierten Frontgehäuselüster angeschlossen, weil er nicht benötigt wird. Die schraubenlose Montage der Laufwerke ist zwar ganz nett, aber die SSDs sind recht lose in ihren Halterungen. Es gibt aber die Möglichkeit, sie zusätzlich mit Schrauben zu fixieren. Ein Gehäuse-Lautsprecher für die Beep-Geräusche des Mainboards fehlt.

CPU-Kühler:
An die RAM-Steckplätze kommt man auch nach der Montage von Kühler und Lüfter gut ran. Interessant wurde es, als ich die Seitenwand des PC-Gehäuses anbrachte. Der Abstand vom Kühlkörper zur Wand beträgt immerhin etwa 1-2 cm. Der Abstand vom CPU-Lüfter zur Wand dagegen schätzungsweise nur einen knappen Micrometer. Der Lüfter sollte entsprechend 1-2mm in Richtung Mainboard ausgerichtet werden.

Auch interessant:
Die Windows-Lizenz des Alt-Rechners (auf Win10 upgegradetes Win7 Home OEM) wurde anstandslos akzeptiert, als ich ihn nach dem Klick auf "Produkt Key ändern" im Basisinformationsfenster (Windows+Pause) eingegeben hatte.

Schlußbemerkungen

Mit Luftkühlung läßt sich derzeit kein spürbar schnellerer Rechner zusammenstellen. Der höhere Aufwand mit einer Wasserkühlung und entsprechend höherer Übertaktung rechtfertigt sich angesichts des nur kleinen erzielbaren Geschwindigkeitsgewinns nicht. Kommen nur Bildbearbeitungsprogramme zu Anwendung, die die Mehrkern-CPUs anständig ausnutzen, sind CPUs mit 6 und mehr Kernen im Vorteil. Entsprechend ist dann auch eine aktuelle AMD-CPU eine Überlegung wert. Wird dagegen bspw. nur Adobe Photoshop genutzt, würde auch ein Intel i5-7400 völlig ausreichen, weil der Leistungsbedarf deutlich geringer wäre.

Wenn Festplatten verbaut werden, weil die Deckung des Speicherplatzbedarfs mit SSDs zu kostspielig wird, sollte über die Anschaffung von Festplatten-Dämmgehäusen nachgedacht werden, falls ein möglichst geräuscharmer PC gewünscht wird. Besonders wenn schnellere Festplatten mit 7200 U/Min. ausgewählt werden.

Ich nutzte vor einigen Jahren noch ein System mit einem Intel Core2Duo E4300, den ich auf 2,4 GHz übertaktet hatte. Mit den RAW-Dateien der Nikon D800 war die CPU in LR hoffnungslos überfordert. Die Wartezeiten waren unerträglich lang. Aber auch mein aktueller Rechner mit doppelter CPU-Kernzahl und beinahe doppeltem Takt müht sich in LR sehr, sehr schwer beim Rendern der RAWs der Nikon D800 ab, obwohl er fast genauso schnell ist, wie der hier vorgestellte Rechner.