PC für die Bildbearbeitung in Lightroom (EBB/EBV) - AMD Ryzen 3000

Die Zusammenstellung wurde wieder auf die Nutzung von Adobe Lightroom (LR) hin optimiert. Der Rechner sollte preiswert sein und eine spätere Erhöhung der Festplattenanzahl ermöglichen. Der Einfachheit halber, habe ich den Bauvorschlag für das Modell "Ryzen - Allrounder", der IT-Zeitschrift c't, für den optimalen PC von November 2019 als Basis genommen.

Im Gegensatz zu meinem Rechnervorschlag von 2017, wurde dieses Mal eine separate Grafikkarte verbaut. Damit ist der Rechner auch für die Nutzung mit 4k/5k-Monitoren (Ultra HD) geeignet. Der Grund ist, daß AMD aktuell keine CPUs der aktuellen Serie 3000 (Zen 2) mit mehr als 4 CPU-Kernen und integrierter Grafik anbietet, was sich aber vermutlich schon bald ändern wird. Dann ist wieder eine Lösung ohne separate Grafikkarte, wegen der Kostenersparnis, eine Überlegung wert.

Eine sehr unschöne Eigenschaft von LR ist weiterhin, dass es nicht für die effiziente Nutzung von CPUs mit höheren Kernzahlen ausgelegt ist, weshalb Prozessoren mit hoher Einzelkern-Leistung (Single-Core Performance) zu bevorzugen sind. Abseits von Exportvorgängen profitiert LR kaum von hohen Kernzahlen. Deshalb entschied ich mich für eine CPU mit 6 statt 8 CPU-Kernen, weil der Vorteile von 2 zusätzlichen Kernen im Alltag zumeist verschwindend gering ist, der Aufpreis aber gut 100 Euro beträgt.

EBV-PC: "AMD Ryzen 3000", ca. 900,- Euro (Preis: Dezember 2019)

Anmerkungen zur Teileauswahl

Praxiserfahrung mit diesem Rechner

Geräuschkulisse
Ich hatte mich der Einfachheit halber entschlossen, die verbaute Lüftersteuerung des PC-Gehäuses zu nutzen. Auf niedrigster Stufe ist der PC zwar hörbar, aber nur sehr leise. Auf mittlerer Stufe sind die Geräusche zwar deutlicher, aber noch immer als leise und zurückhaltend zu bezeichnen. Auf höchster Stufe sind sie dann nicht mehr zu überhören und würden mich in einem einem ansonsten ruhigen Raum stören.

Mainboard:
Ich wollte urspürnglich das von der c't vorgeschlagene µATX-Mainboard, MSI B450M Mortar Max, nutzen. Das war aber zum Kaufzeitpunkt nicht lieferbar und hat darüber hinaus den entscheidenden Nachteil, daß es nur über 4 SATA-Anschlüße verfügt, was der ggf. zukünftigen Erhöhung der Anzahl der Festplatten entgegen stehen würde. Das beiliegende Handbuch ist zwar auch in Deutsch verfasst, bietet aber enttäuschend wenig Informationen. Die Mainboard-Beschriftung könnte etwas besser sein. Das UEFI empfinde ich als sehr unübersichtlich.

PC-Gehäuse:
Der starre Kabelstrang vom Netzteil läßt sich an der Rückwand entlangführen, so dass er nur nahe am Einsatzorte in den Mainboardbereich hineinragen muß. Für die anderen Stromkabel ist auf der Rückseite ebenfalls genug Platz. Zudem gibt es viele Öffnungen, so daß die Kabel sehr luftströmungsgünstig verlegt werden können.
Das Gehäuse bietet die Möglichkeit, auch oben Lüfter zu montieren um dort die erwärmte Luft abzuführen. Zudem verfügt es über eine eingebaute 3-stufige Lüftersteuerung, die mit einem SATA-Stromanschluß des Netzteils mit Energie versorgt wird.
Auf der Rückseite sind zwei Halterungen für SSDs. Die schnell und einfach entfernbaren 3,5" HDD-Käfige sind mit Gummieinlagen versehen, so daß Vibrationen der HDDs nicht auf das Gehäuse übertragen werden. Der Käfig für die optischen Laufwerke kann leicht entfernt werden. Ein Gehäuse-Lautsprecher für die Beep-Geräusche des Mainboards fehlt. Weil sämtliche Kabel des Gehäuses werksseitig zu einem Strang eng zusammeln gelegt wurden, ist es etwas unübersichtlich, wo welches Kabel hinführt. Will man die primitive Lüftersteuerung des Gehäuses nicht nutzen, muß der Kabelstrang erstmal entwirrt werden, damit die Lüfterkabel zu den Mainboard-Anschlüssen geführt werden können.

CPU-Kühler:
Der Kühler kommt für AMD-Systeme komplett fertig vormontiert an. Sogar der Lüfter ist schon montiert. Genutzt werden die Original-Plastikhalterungen auf dem Mainboard. Die Montage ist deshalb sehr einfach. Beim hier verwendeten Mainboard stört allerding ein Kühlkörper etwas, weshalb es einfacher ist, entgegen der Anleitung, erst die gegenüberliegende Halteklemme am Mainboard einzuhaken.
Es hat mich überrascht, wie viel Druck aufgewendet werden muß, um den Kühler auf der 2. Seiten einzuhaken. Der hohe Druck ist aber eine Vorgabe des CPU-Herstellers AMD und damit völlig normal. An die RAM-Steckplätze kommt man auch nach der Montage des Kühlers problemlos ran. Es bleibt reichtlich Platz zwischen CPU-Lüfter und Seitenwand.

Schlußbemerkungen

Hätte ich den Rechner für mich zusammengestellt, käme die 8-Kern-CPU "AMD Ryzen 7 3700X, 8x 3.60GHz" zum Einsatz um mehr Tempo bei der Videobearbeitung zu haben. Ist der Speicherplatzbedarf nicht hoch und das Geld nicht sehr knapp, empfehle ich auf Festplatten zu verzichten und nur SSDs einzusetzen, weil diese wesentlich schneller sind und keine Geräusche verursachen.

Es ist sehr enttäuschend, wie wenig sich bei der Entwicklung der CPU-Einzelkern-Leistung in den letzten Jahren getan hat. Weil LR, wie erwähnt, für die meisten Funktionen nur einen einzigen CPU Kern nutzt, ist dieser Rechner, trotz neuester Technik, nur ca. 25-30 Prozent schneller als mein 7 Jahre alter PC (bei Aufgaben, für die nur ein CPU-Kern genutzt wird). Letztlich 1000 Euro auszugeben für bestenfalls 30 Prozent mehr Leistung in der einzigen Anwendung, in der mir der Rechner zu langsam ist, lohnt sich für mein Empfinden nicht. Und so plane ich die eigene Neuanschaffung erst zum Erscheinungstermin für die übernächste AMD-Generation in ca. zwei Jahren mit dann neuer CPU-Fassung. Vielleicht hat dann auch Intel wieder was konkurrenzfähiges im Angebot. Das Übertakten der CPUs lohnt sich bei den aktuellen CPU-Generationen nicht mehr. Sowohl AMD, als auch Intel, reizen ihre Prozessoren schon von Hause aus, annähernd bis ans Limit aus.